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Mit
einfachen Worten ausgedrückt steht im klinischen
Wörterbuch des Willibald Pschyrembel
folgendes über EPIKONDYLITIS: Tendopathie*
verschiedener Muskel, die ihren Ursprung außen
oder innen am breitesten Punkt (Kondylus) des Ellenbogens
haben.
Die Symptome sind: Druckschmerz der betr. Muskel,
ebenso ausstrahlende, ziehende Schmerzen des ges.
Unterarms.
*TENDOPATHIE: durch degenerative Veränderungen
bedingte nicht entzündliche Erkrankung einer
Sehne.
Am rechten oder linken äußersten Punkt
(Epikondylus) des betroffenen Ellenbogens besteht
ein starker Berührungsschmerz. Je nach Stadium
der Erkrankung ist das Erscheinungsbild ausgeprägt.
Dies geht bis hin zu einem starken "Ziehen"
im Arm mit relativer Kraftlosigkeit. Diese kann
so intensiv sein, dass der Patient nicht einmal
mehr eine Kaffeetasse hochheben kann.
Kurzes zur Anatomie
Ein Muskel besteht aus der Ansatzsehne, dem
Muskelbauch und der Ursprungssehne. Durch Anspannen
und Entspannen eines oder mehrerer Muskel wird eine
Bewegung des Knochengerüstes ausgeführt.
Am oben schon erwähnten Epikondylus hat die
Streckmuskulatur der Hand ihren Ursprung.
Die Hauptmuskel dieser Gruppe sind:
1. Musculus brachio radialis
2. Musculus extensor digitorum communis
3. Musculus extensor carpi radialis longus
4. Musculus extensor carpi radialis brevis
5. Musculus extensor carpi ulnaris
6. Musculus extensor digiti minimi
7. Musculus aductor pollicis longus
Im Gegensatz zur Beugung von Hand, Fingern und des
Unterarms führen diese Muskel also die Streckung
des Handrückens, der fünf Finger und des
Unterarms durch.
So siehts innen aus
Durch eine extreme oder eine dauernd wiederkehrende
Bewegung des Unterarms kommt es zu einem "Hartspann"
eines oder mehrerer Muskel der Streckergruppe am
Unterarm.
Ein Muskelbauch zieht sich um etwa 1/3 oder mehr
zusammen und verharrt so. Seine Sehnen sind dadurch
stark gespannt.
Durch jeden Muskel zieht ein Hauptnerv, auf den
der harte Muskel bei der geringsten Belastung Druck
ausübt. Dies löst den Schmerz aus, der
sich bis zur Unerträglichkeit steigern kann.
Die Ursprungssehne ist am Epikondylus mit dem Knochen
fest verwachsen. An der Ansatzsehne besteht ringsum
eine direkte Verbindung mit der Knochenhaut. Die
angespannte Sehne zieht nun bei jeder Bewegung an
dieser Knochenhaut und löst durch die ständige
Reizung ebenfalls Schmerz aus.
Kleine Ablagerungen und Aufrauhungen an dieser Ansatzstelle
wirken wie Schmirgelpapier und mischen bei der Quälerei
des Patienten auch noch kräftig mit.
In groben Zügen ist dies die Situation, wie
sie sich "innen" beim sogenannten "Tennisarm"
abspielt.
Wie bekommt man denn sowas?
Man muss nicht unbedingt Tennis spielen, um
einen "Tennisarm" zu bekommen. Die Bezeichnung
besagt lediglich,
dass Tennisspieler besonders gefährdet sind,
einen solchen zu bekommen.
Eine falsche Belastung des Arms beim Aufschlag,
eine unsaubere Haltung beim Slice oder aber die
überrissene Rückhand können Auslöser
sein. Oft genügt es schon, bei der Rückhand
den Ball mit voller Wucht auf den Rahmen zu bekommen.
Auslöser kann aber auch ein neuer Schläger
sein oder auch nur die zu harte neue Bespannung
des Schlägers.
Seit sich der Golfsport in Richtung "Breitensport"
bewegt, kommt es vermehrt vor, dass auch Golfspieler
mit den gleichen Symptomen zu tun haben. Hier treten
die Beschwerden verstärkt an der inneren Seite
des Ellenbogens auf. Ursache ist hier vorwiegend
eine falsche Technik des Schwungs. Ausgelöst
werden die Beschwerden aber auch, wenn Anfänger
zu oft mit einem Eisen in den Boden "hacken".
Man muss aber nicht unbedingt Sport treiben, um
einen "Tennisarm" zu bekommen. Der Umgang
mit Hammer oder Meißel kann die Symptome auslösen,
übermäßiges Hantieren mit einem
Schraubenzieher, ebenso eine immer wiederkehrende
Bewegung des Arms bei einer Fließbandarbeit
usw., usw., usw. Es gibt wirklich vielerlei Möglichkeiten,
sich diese unangenehme Krankheit einzufangen.
Die Behandlung
Ein sehr gutes und wichtiges Medikament gegen schlimme
Entzündungen im Körper ist Cortison. Bei
der Behandlung des "Tennisarms" hat es
jedoch nichts verloren! Auf lange Sicht richtet
es durch seine kristalline Struktur nur noch größeren
Schaden an. Da es sich beim Tennisarm nicht um eine
Entzündung handelt (obwohl die Endung -itis
des Fachbegriffes darauf schließen lässt),
ist es unmöglich, mit Cortison die Ursache
zu bekämpfen.
Eine Gipsschiene zur Ruhigstellung des Arms ist
eine sehr konservative Methode. Die bewegungsspezifische
Muskulatur bildet sich zurück und erzwingt
dadurch eine lange Reha-Zeit. Nebenbei besteht noch
die Gefahr der Schultersteife. Der Tennisarm bleibt!
Ultraschall, Reizstrom und ähnliche Behandlungen
bewirken zwar eine gewisse Mehrdurchblutung in der
Tiefe, können aber das Übel nicht heilen.
Relativ neu im Spektrum dessen, was Ärzte beim
Tennisarm ausprobieren, sind extrakorporale Stoßwellen.
Vorsicht kann man hier nur sagen! Die Wirksamkeit
dieser Stoßwellen ist bisher wissenschaftlich
noch nicht nachgewiesen.
Die Frage der Dosisfindung, sonstige Risiken, unerwünschte
Langzeiteffekte und insbesondere Hinweise auf mögliche
Schädigungen des betroffenen Nervs sind restlos
offen.
Hinsichtlich der Wirkdauer und der Wiederholungsmöglichkeit
der Stoßwellen gibt es keine zuverlässigen
Angaben. Die Behandlung, bei der der Ellenbogen
betäubt wird, kostet ab 1000,- € und bis
über 2500,- €. Man hat das Gefühl,
dass es eine willkommene Zusatzeinnahme für
unsere Orthopäden ist, weiter nichts - für
den Patienten ist das doch etwas wenig.
Gerne werden von sehr konservativen Ärzten
auch sogenannte Röntgenentzündungsbestrahlungen
durchgeführt. Alleine die Bezeichnung verrät,
dass diese nur der Brieftasche des Arztes helfen
können.
Als letzter Schritt wäre da noch die Operation.
Die Sehne wird durch einen Schnitt künstlich
verlängert und dadurch der Zug vom Epikondylus
genommen. Zusätzlich muss die Verbindung zwischen
Knochenhaut und Ursprungssehne ringsherum gelöst
werden. Die Erfolgsaussichten dieser Prozedur liegen
allerdings leider nur bei ca. 60%.
Bleibt noch, und dies mit einer Erfolgsaussicht
von über 90%, die Friktionsmassage. Sie sollte
durch eine Eis- oder Fangopackung, die vorweg verabreicht
wird, unterstützt werden. Mit einem japanischen
Massagestäbchen, das von Erich Deuser, dem
früheren Masseur der deutschen Fußball
- Nationalmannschaft, kultiviert wurde, wird der
betroffene Muskel, die Sehne und der Epikondylus
bearbeitet.
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Sehr viel Fingerspitzengefühl des Behandlers
und Stehvermögen des Patienten ist notwendig,
damit nach erfahrungsgemäß etwa 12 bis
18, teilweise nicht sehr angenehmen Behandlungen,
die Sache ausgestanden ist.
Wirklich wichtig
Wenn Sie "jung" sind und den Tennisarm
tatsächlich durch sportliche Belastung bekommen
haben, dann ist anzunehmen, dass Sie den Sport gerne
betreiben bzw. gerne wieder betreiben wollen. Es
hat sich also bei Ihnen eine bewegungsspezifische
Muskulatur ausgebildet.
Diese muss erhalten bleiben!!! Der Arm sollte also
keinesfalls während der Behandlungsphase sonderlich
geschont werden. Sogar Ihren Sport sollten Sie -
so gut es geht - weiter betreiben. Wichtig ist nur,
dass der Fehler, der Auslöser der Beschwerden
war, abgestellt wird! Eventuelle kleine Rückschläge
sind vorübergehend und werden zugunsten einer
kürzeren Rehabilitationsphase in Kauf genommen.
Homepages zum Thema
Weitere Informationen rund um den Tennisarm
und ein E-Mail-Ansprechpartner finden Sie auf den nachstehenden Webseiten:
Klaus
Spazier (Sportphysiotherapeut, Masseur und med.
Badem. i.R.)
Tennisarm - Epikondylitis - Golferarm
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