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Dankesrede des ausscheidenden 1. Vorsitzenden Wolfgang Ehrlich auf der MGV am 12.03.2019

Liebe Vereinsmitglieder,

nun ist es soweit. Nach 17 Jahren als 1.Vorsitzender des TCM hat es heute Abend einen Kapitänsmützenwechsel gegeben. Euer Kapitän geht von Bord.

2002 starteten wir mit einem neuen Vorstand, nachdem Franz Schenkel mich gefragt hatte, ob ich sein Nachfolger werden wollte. Ich habe ja gesagt, obwohl ich 45 Jahre alt, mitten im Job als VV der Sparkasse Menden, so antworten hätte können, wie viele mir es bis heute, bei meiner Frage zur Übernahme eines Ehrenamtes, antworten: „Tut mir leid, ich habe keine Zeit“… aber, ich fand das ist zu leicht gesagt. „Zeit hatte damals und heute keiner mehr, aber es kam und kommt darauf an, ob man sich Zeit dafür nimmt.“ Das habe ich getan.

Ich hatte 2002 die Vorstellung, den Verein mit modernen Managementmethoden zu führen. Schnell hatten wir mit dem neuen Vorstand ein Vereinskonzept unter dem Motto „Jeder Verein hat seine Erfolge – Der Mendener Weg“ entwickelt. Unsere Grundphilosophie war: Mut zur Veränderung, Führen mit unternehmerischen Strukturen, Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilen, offen und ehrlich informieren, Besonderes bieten sowie Rat und Hilfe annehmen. Wir entwickelten nach einer Stärken- und Schwächenanalyse (Wo stehen wir?) ein Leitbild, um daran angepasste Ziele zu formulieren und unsere Strategieentwicklung voranzutreiben.

Unser Leitbild gerät immer mehr in Vergessenheit. Wer kennt es noch?

Wir wollen, dass sich unsere passiven wie aktiven Mitglieder in unserem Verein wohl fühlen. Es ist unser Ziel in Menden im Tennissport eine führende Rolle zu spielen. Unseren sportlichen Erfolg gründen wir auf eine breite und intensive Jugendarbeit und die Talente, die daraus hervorgehen. Auf Ziele, die nur mit “teuren” Spielerverpflichtungen zu verwirklichen sind, verzichten wir. Neben unserer klaren sportlichen Grundausrichtung muss immer genügend Raum für den reinen Freizeit – Tennisspieler vorhanden sein, denn der (Spitzen-)Sport, wie wir ihn verstehen, lebt vom Breitensport und einem harmonischen und lebendigen Miteinander im Verein.“

Der neue Vorstand sollte entscheiden, ob es weiter gilt oder ob es überarbeitet werden soll.

2005 war unser Jubiläumsjahr: „forty love … 40 Jahre Liebe zum Tennis“, als wir anlässlich unserer Jubiläums-Charityaktion, in der wir Dinge im Internet versteigert haben, die man sonst nicht kaufen kann, anlässlich unserer Weihnachtsgala auf der Wilhelmshöhe einen 15.000 Euro-Scheck an das Kinderhospiz in Olpe überreicht haben. Noch heute kann man den Namen des Tennisclubs Menden auf der Spendertafel im Hospiz finden.

2006 Der am meisten bewegende Moment fand für uns am 04.11. in Wernigerode auf der Mitgliederversammlung des „Deutschen Tennisbundes“ statt. Der DTB, in Kooperation mit der König Brauerei, zeichnete den Tennisclub Menden im Rahmen eines Wettbewerbs als innovativster Tennisverein „der Erste König der Vereine Deutschlands“ mit 10.000 € aus. Das war für uns ein Gänsehautmoment pur.

Weitere Auszeichnungen oder Awards waren:

WTV Verein des Jahres

Homepage-Award

Der innovative Sportverein

Der familienfreundliche Sportverein

Der umweltbewusste Sportverein

2008 Morgens um vier am 13.05.haben wir nach dem Brand sprachlos und entsetzt vor den Trümmern unseres Clubhauses gestanden haben. Unfassbar für uns, was da passiert war! Es folgte ein Jahr der Improvisation, in der viele zahlreiche Freiwillige und ein Krisenstab großartige Arbeit leisteten. Ein ebenfalls sehr bewegender Moment war für uns die Entscheidung der Mitgliederversammlung zum Bau unseres neuen Clubhauses.

2009 Im April jährt es sich zum 10ten Mal. Die tolle Clubhauseröffnung am 19.04. fand in angenehmer Atmosphäre und mit vielen Events statt. Wieder einmal hatte sich bewahrheitet, dass in jeder Krise auch eine Chance liegt.

2013 ein anderes herausragendes Ereignis: das Gastspiel des Weltklassespielers Dustin Brown, der Tennisspieler mit den Rastalocken , zu dem wir über 300 Zuschauer auf unserer Anlage begrüßen konnten. Die Presseresonanz war gewaltig. Auf diesen Kontakt, den unser Sohn Dennis hergestellt hat, sind wir ganz besonders stolz.

2015 „Fifty fun- 50 Jahre Freude am Tennis“ Ein Jubiläumsjahr mit vielen Höhepunkten und einer herausragenden Vereinsbroschüre.

2013- 2016 war ich „BistroRant-Manager“ und Gastwirt, später auch Koch. Dieser Job war allerdings „aus der Not geboren.“ Wir hatten uns von unserer Pächterin getrennt und warteten nur auf neue Pächter aus Lüdenscheid, die uns dann völlig unerwartet einen Korb gaben. Jutta und ich haben im Clubhaus in der Saison viel Zeit investiert, aber es hat uns auch viel Spaß gemacht, zu sehen, wie gerne Vereinsmitglieder und Gäste unser Clubhaus besuchen und wie sehr sie sich im Verein wohlfühlen.

Das soll jetzt mit unserer Pächterin Miriam wieder so werden. Die Anfänge sind gemacht.

Eines ist mir noch wichtig. Man macht in seinem Leben nicht immer alles richtig und man kann es auch niemals allen rechtmachen oder wie man in Menden sagt „man kann se nicht alle helfen“. So habe auch ich sicher Fehler gemacht und es gab auch Kritiker, Meckerer und Besserwisser. Was belastend ist, ist unfaire und verdeckte Kritik. Konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge sind hilfreich, aber die Besserwisser im Hintergrund, von denen man nur manchmal und über Dritte hört, stören das Vereinsleben schon sehr. Da kann ich nur sagen: „offen und ehrlich kommunizieren“ und „erst einmal besser machen“.

Ich übergebe das Amt des Vorstandsvorsitzenden an Thorsten gerne und freue mich auf mehr Zeit für meine Hobbies, meine Familie, meine Enkelkinder (2 weitere sind übrigens unterwegs).

Danke an alle Weggefährten und Mitstreiter, danke an meine Familie und vor allem danke an meine liebe Frau Jutta für die unglaubliche Unterstützung in den letzten 17 Jahre.

Lieber Thorsten, ich wünsche Dir und Deinem neuen/alten Vorstandsteam Fortune und eine gute Zusammenarbeit im TEAM (allerdings nicht nach dem Motto Toll Ein Anderer Machts).

Es warten -das hat die heutige Sitzung bereits gezeigt- große Herausforderungen auf Euch. Ich bin aber überzeugt, Euch ein seetüchtiges Schiff namens „TCM“ übergeben zu haben und denkt aber bitte immer daran

Schiffe sind im Hafen gut aufgehoben, aber dafür sind Schiffe nicht gebaut.“

Gern bin ich bereit als Ehrenvorsitzender, -danke für die Wahl und das Vertrauen- diesen Weg noch ein wenig zu begleiten und ich werde wann immer ihr es einfordert, meine Erfahrungen weitergeben. Auch dabei gilt mein in diesem Verein schon oft zitiertes Lebensmotto: „Wenn kein Wind geht rudern“.

Ahoi TCM

Auf Wiedersehen.